Bierhof Engel

Geleitwort zum Bildband

Dieser Bildband soll einen kleinen Eindruck geben in das Leben und die Entwicklung unserer Marktgemeinde im gerade vergangenen Jahrhundert. Der Marktflecken liegt in einem engen Tal an der Südweststrecke des Spessats, das sich zum Main hin stark ausbreitet. Die älteste Urkunde, die sich auf unseren Ort beziehen könnte, stammt aus dem Jahre 878. Sie nennt die Ortschaft "heidebah". In Schriften der Jahre 1358 und 1359 wird dann erstmals eindeutig der Ortsnamen "Grozzen Heidebach" festgestellt.

Bis 1483/84 unterstand der Ort dem "Deutschen Orden" und ging dann an Kurmainz über. 1803 wechselte er zum Fürstentum Aschaffenburg und einige Jahre später zum Großherzogtum Frankfurt. 1814 wurde er endgültig an Bayern angeschlossen. Am 9. Mai 1854 wurde Großheubach das Marktrecht verliehen. Zur Marktgemeinde Großheubach gehören die Weiler "Roßhof" und "Klotzenhof" sowie das Wallfahrtskloster "Engelberg". Die Gemeinde war immer ländlich geprägt. Die Felder waren nicht sehr ertragreich, was harte Arbeit und karges Brot zur Folge hatte. Schon früh entwickelte sich der Weinanbau und später verdiente man sich noch ein Zubrot durch den Anbau von Tabak.

Gewerblich entwickelten sich das Steinbrecher- und Steinmetzhandwerk sowie Kupferschmiedewerkstätten. Es gab einige tüchtige Steinbildhauer und sonstige Handwerksmeister. Doch für die Bewohner (im Jahre 1898 waren es 1927, davon 6 Protestanten und 25 Israeliten) gab es zu wenig Erwerbsmöglichkeiten. Vor und nach den beiden Kriegen kam es deshalb zu Auswanderungswellen in die USA. So haben heute viele Großheubacher Familien Verwandte in Amerika. Der bedeutendste Auswanderer war wohl August Steuer.

Heute hat der Marktflecken 5200 Einwohner und das bäuerliche Leben, wie es früher einmal war, ist verschwunden. Es gibt 439 Gewerbetreibende und noch wenige landwirtschaftliche Betriebe. Der Fremdenverkehr spielt im Sommer eine wichtige Rolle. Die Bevölkerung ist Fremden gegenüber aufgeschlossen. Sie feiert gerne bei einem guten Glas Wein, was sich auch durch die Anzahl der vielen größeren und kleinen Feste zeigt.

Heimatkundlicher Stammtisch Großheubach


Quelle:
"Großheubach - Bilder aus vergangener Zeit" ISBN 3-89570-881-X

Weiter zum Bildband


Nach oben